EU will zielgerichtete Werbung regulieren
Das Europäische Parlament will die Privatsphäre von Surfern besser schützen. Es will Internetkonzernen verbieten, die E-Mails der Nutzer zu durchsuchen, um ihnen personalisierte Werbung anzuzeigen.
Nutzer sollen künftig darauf aufmerksam gemacht werden, wenn der Besuch einer Webseite für Werbung genutzt wird. Die Abgeordneten wollen die Internetfirmen dazu verpflichten, zielgerichtete Werbung als solche zu kennzeichnen.
Wie die Financial Times Deutschland berichtet, hatte der Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz vergangene Woche einen Initiativbericht angenommen, in dem der konservative französische Abgeordnete Philippe Juvin das Auswerten des E-Mail- und Surfverhaltens der Nutzer als "Angriff auf die Privatsphäre" bezeichnete.
Die Datenschutzrichtlinie der EU für elektronische Kommunikation sieht vor, dass Internet-Konzerne die Zustimmung der Nutzer einholen müssen, wenn sie die Cookies auslesen wollen. Anhand von Cookies, die im Browser gespeichert werden, kann das Surfverhalten der Nutzer nachvollzogen werden. Die Online-Werbewirtschaft nutzt diese Informationen, um Werbung zu platzieren, die auf den Nutzer zugeschnitten ist. Bis Mai 2011 müssen die EU-Mitgliedsstaaten nun die Richtlinie umsetzen, die die Zustimmung zum Auslesen der Cookies verlangt.
Laut FTD hatte die EU-Kommissarin für digitale Wirtschaft der Online-Werbeindustrie noch im September versprochen, vorerst keine schärferen Gesetze anzustreben und wollte stattdessen stärker auf Selbstregulierung setzen.
