Gartner: Geringeres Wachstum am PC-Markt
Der Branchenanalyst Gartner hat seine Vorhersage für die weltweiten PC-Verkäufe nach unten korrigiert. Die Analysten prognostizieren für die zweite Jahreshälfte 2010 ein Wachstum von 15,3 Prozent. Das sind zwei Prozent weniger als in der letzten Schätzung.
"Der PC-Markt hat sich zwar im ersten Quartal 2010 belebt, aber es muss sich noch zeigen, wie belastbar diese Entwicklung ist." sagte Chef-Forscher Ranjit Atwal. Die Nachfrage nach PCs habe sowohl im Consumer- als auch im Businessbereich stark abgenommen. Gleichzeitig hätten die Hersteller aus Angst vor einem gesättigten Markt das Angebot verringert - so erkärten sich die aktuellen Lieferengpässe bei PCs. Diese Risikoaversion der Anbieter sei ein ebenso großer Faktor bei der Entwicklung der Zahlen wie der tatsächliche Nachfragerückgang.
Nutzer würden dennoch weiterhin auf den PC setzen, weil sie den PC nicht mehr als Luxus, sondern als Notwendigkeit betrachten. Atwal erwartet deshalb, dass die Nachfrage im Consumer-Markt stark bleiben wird. Auch im Geschäftsbereich vermutet der Analyst keine signifikante Schwächung der Nachfrage. Wenn Unternehmen ihre Mitarbeiter auf längere Zeit mit veralteten Rechnern arbeiten ließen, riskierten sie Entfremdung der Mitarbeiter, höhere Support-Kosten und mehr Servicebedarf. Auch die Migration auf Windows 7 käme mit veraltetem Material teurer. Die Gartner-Analysten gehen deshalb davon aus, dass der erwartete Schub im PC-Markt, der ausgelöst wird, weil die Unternehmen nun ihre Infrastruktur aktualisieren, innerhalb der nächsten Quartale stattfinden wird.
Auch der Anteil der verkauften Mini-Notebooks ist den Marktforschern zufolge am Sinken. Der Grund ist die Erkenntnis der Kunden, dass Mini-Notebooks sich nicht als vollwertiger Ersatz für ein Laptop einsetzen lassen. Wer sich noch vor einiger Zeit ein Mini-Notebook gekauft hat, greift heute wieder eher zum kostengünstigen Laptop. Mini-Notebooks hielten sich derzeit zwar in einer Marktnische. Diese werde aber zusehends von den Media-Tablets bedroht.
